Das wohl älteste, noch erhaltene Gebäude in Ransbach-Baumbach

Die Gebäude der Landshube, so wie wir sie heute kennen, haben sich über die Jahrhunderte mehr oder weniger stark verändert oder sind ganz verschwunden. In der Zeit vor und nach 958 kann man sich den Hof Landshube, der zu Uidhergis (Wirges) gehört, nur schwer als Ganzes vorstellen, zumal die unmittelbare Umgebung  kaum besiedelt ist, jedenfalls nicht in der Art, wie wir uns heute eine Siedlung vorstellen.

Erst 1075 wird eine Örtlichkeit  Detens buirau, was so viel wie Volksplatz bedeutet, erwähnt. Aus dieser Ansiedlung hat sich später (um 1200) der Ort „Dedinsburg“ oder „Dedinsbeuren“ entwickelt.  Noch heute erinnert die „Dedinsburger Straße“ in der Nähe des Erlenhofsees an die frühe Siedlung. Ransbach soll aus diesem Ort entstanden sein. 1330  tritt das Kirchspiel „Ramespach“, „Rantspach“ oder „Raynsbach“  (Ransbach)  erstmals urkundlich  in Erscheinung. (Ransbach-Baumbach, die junge Stadt stellt sich vor, 1975)

Baumbach wird erst in einer urkundlichen Nachricht von 1344 in Zusammenhang mit einem „Conzo Babinbecher“  erwähnt. Die ältesten Formen des Ortsnamen „Babinbach“  und   „Babenbach“  deuten auf einen frühen Ansiedler namens „Babo“ hin. 

1373 heißt es: „Babenbach mit dem Hofe Landshube“         (Vogel, Christian, Historische Topographie des Herzogthums Nassau, Herborn, 1836, S. 122)

Die ersten Rodungen der dichten Urwälder unserer Gegend nannte man Bifänge. Aus den ursprünglichen Bifängen entstanden  die Mansen und Huben. Mittelpunkt eines Gutes war der Mansus (Mansus Landishoue), zu welchem ursprünglich 30 Morgen Ackerland gehörten, die man eine Hube nannte. Eine Hube von 30 Morgen konnte eine Bauernfamilie mit einem Paar Kühe an einem Tag bearbeiten. Die Wiesen scheinen nicht notwendig zu ihr gehört zu haben, sondern wurden in sehr vielen Fällen dem Mansus noch besonders zugezählt, was in den Pachtverträgen über die Ländereien der Landshube immer wieder bestätigt wird (siehe Beispiel von 1805). 

Alte Zitierweise: Staats Archiv Wiesbaden (StAW); Neue Zitierweise: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (HHStAW)

Wo mehrere Mansen nach und nach nebeneinander entstanden, da blieb dem ersten und ursprünglichen das höchste Ansehen. Er zeichnete sich durch Unabhängigkeit und die Leistungen, welche die anderen ihm schuldig waren, aus, und hieß der Dominical-Mansus. Daher die Bezeichnung der Landshube als Domanialgut/Domäne oder auch Fronhube.  Obgleich die ursprünglich vereinzelte Lage der Mansen für Ackerbau und Viehzucht sehr vorteilhaft war, so brachte doch der Trieb zur Geselligkeit und das Bedürfnis des wechselseitigen Schutzes die Menschen bald in Dörfern zusammen. (Vogel, Christian, Beschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden, 1843, S. 145-147)

Im Vallendarer Schöffenweistum von 1402 liest man: „der Landthof bey den Weyhern“.    (StAW 117 Abt. VIII b Nr.1)