Gebück-Geböck-Geheg-Behäng

Als „Gebück“ oder auch „Geböck“ bezeichnen wir ein natürliches Annäherungshindernis , das normalerweise nicht  zur Verteidigung dient.  Also hier eine alte Landesgrenze zwischen Isenburg und Kurtrier/Sayn-Wittgenstein. Diese  Gebietsabgrenzung erfolgt in Form eines ausgehobenen Grabens, meist eine Seite höher, wo der größte Teil des Aushubs einen Wall bildet. Auf diesem Wall pflanzt man eine undurchdringliche Hecke, vorzugsweise mit jungen Hainbuchen, deren Äste nach unten gebogen oder gebückt und miteinander verflochten werden, daher der Name „Gebück“ oder „Geböck“. Das die Gebücksgrenze auch einen gewissen Verteidigungscharakter aufweist, kann man an einem freigelassenen Sichtstreifen zwischen Wall und eigentlicher Grenze stellenweise beobachten. Diese Flächen dienen oft als Wiese bzw. Weideland, allerdings gibt es auch Hinweise auf eine ehemals agrarische Nutzung. Deutlich sichtbare Ackerraine liegen unter Wald, die wahrscheinlich vom Hofgut Landshube bearbeitet werden.  (Heuser-Hildebrandt, Birgit: Auf den Spuren des historischen Tonbergbaus im Kannenbäckerland, 1995, S. 254). Diese ehemaligen Ackerflächen liegen südlich der damaligen Kiesgrube Götsch und östlich des asphaltierten Berges vom Krummen Esel nach Norden. Die Landshuber Gebückwiese wird separat, oft auch durch Versteigerung verpachtet. Andere Bezeichnungen für dieses aus „gebückten“ Buchen-Hecken abgegrenzte Gebiet sind „Geheeg“ wie beispielsweise „Landshuber Geheeg“, was der „Gebückswiese“ entspricht. 1793 liest man auch das Synonym „Landshuber Behäng“. Bereits 1402 heißt es:

Den Wall, natürlich ohne die umgebogenen Hainbuchen, erkennen wir noch heute mehr oder weniger deutlich an verschieden Stellen zwischen dem „Gashäuschen“ an der Dernbacher Straße, bis hin zum „Krummen Esel“.

Die Gebücksgrenze hat nichts mit der „Kurtrierischen Wildbanngrenze“ zu tun, die sich von Arzbach über Welschneudorf bis Ransbach  erstreckt und das Wild von den Nutzungsflächen der Bauern fernhalten soll. Wie aus der folgenden Handzeichnung aus dem Jahr 1835 ersichtlich, verläuft das Gebück von Osten, in etwa südlich von Mogendorf nach Südwesten unterhalb des Erlenhofs, kreuzt die heutige A 48 und die Straße von Baumbach nach Dernbach bis zum unteren Ende der Landshuber Weiher im Westen. Der etwas breitere Bereich der Gebückswiese unterhalb der Landshube wird hier als Landshuber Geheeg bezeichnet und als Wiese benutzt. Laut dieser Karte und einer Notiz von 1754, erstreckt sich das Gebück, stellenweise als genutzte Wiesenfläche, bis etwa in Höhe des Erlenhofs. Hier erinnert der Ransbacher Straßenname „Im Gebück“, zwischen Feuerwehr und Kindergarten gelegen, an die ehemalige Grenzeinrichtung.

(StAW 212 Nr. 2987 III)

In zwei Karten und in mehreren Aufzeichnungen erscheint der Name „Vallendarer Platz“, den wir heute nicht mehr kennen. Da der Vallendarer Wald („Vallendarer Zippen“) bis an das Gashäuschen an der Dernbacher Straße reicht, ist eine solche Bezeichnung im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend. Es ist für längere Zeit ein strittiges Gebiet in unmittelbarer Nähe des „Krummen Esels“, westlich des heute asphaltierten Weges, der die Anhöhe vom Hintersten Bach nach Norden hinaufführt. Das Foto stammt aus dem Jahr 2020 und zeigt einen Teil der riesigen, flächenhaften Fichtenabtriebe aufgrund der Kombination aus langer Trockenheit und Borkenkäferbefalls.

In der handgezeichneten Karte von 1818 ist der Vallendarer Platz als „strittiger Ort“ eingetragen. Die Orientierung auf der nicht nordweisenden Karte ist etwas gewöhnungsbedürftig. Hier sieht man, dass sich die „Gebückswiese“ bis zum Hintersten Bach am Krummen Esel erstreckt. In nördlicher Richtung ist der „Gebückgraben“ eingezeichnet, wie auf den heutigen Fotos noch zu sehen.

Der Ransbacher Förster Pasbach berichtet 1769  über ein Stück Wald unweit von der Landshuben, welches aber die Gemeinde Höhr als ihr Eigentum besitzt. Nach dem Ransbacher Weistum von 1661 gehört es allerdings zum Kirchspiel Ransbach: