Die unterschiedlichen Raumaufteilungen

Im Laufe der letzten 60 Jahre hat sich die Raumaufteilung des Wohnhauses nur unwesentlich verändert.

Bei unserem Einzug 1958 treffen wir noch einen in Lehm gefassten Steinfußboden in der Küche an. Nur die westliche Haushälfte ist unterkellert. Ein Raum mit Bruchsteingewölbe, Lehmboden und Feuersalamander. Eine nach innen abgeschrägte Luke nach vorn (Süden) und eine zur hinteren Seite (Westen) mit Holzklappen. Anfangs befinden sich in den wichtigsten Räumen des Wohnhauses Öl-Öfen. Das Öl lagert draußen in einem Fass und wird mühsam von Hand in eine Ölkanne gepumpt und zum entsprechenden Ofen getragen. Erst Jahre später genehmigt das Hochbauamt in Diez den Bau einer zentralen Ölversorgung. Dazu wird der hintere Teil des Gewölbekellers abgetrennt und für zwei große Öltanks mit elektrischer Pumpe hergerichtet. Das mühsame Ölkannen-Tragen hat ein Ende! Allerdings ist das auch die endgültige Kündigung aller bisherigen Kellerbewohner wie Kröten und Feuersalamander, da auch der Fußboden einen Estrich erhält und die Kellerwölbung verputzt wird.

Zitat von Dr. Elmar Dreymann, jüngster Sohn von Förster Clemens Dreymann: „Im Forsthaus wohnte 1947 noch der Vorgänger meines Vaters, Hubert Stoffels, mit seiner Familie. Das neue Haus in der Bergstraße in Baumbach, das die Familie nach seiner Pensionierung beziehen wollte, war noch nicht fertiggestellt. So mussten sich zwei kinderreiche Familien die Landshube für eine ganze Weile teilen. Im Erdgeschoss befanden sich die Küche, durch die man in das Bad gelangte, das Büro meines Vaters und zwei Wohnzimmer, davon das hintere mit einem Kachelofen. Später wurde die Zwischenwand entfernt und der Kachelofen durch einen Kohleofen ersetzt. Das Erdgeschoss wurde von meiner Familie bezogen. In der Absicht, die Küche zu vergrößern und heller zu gestalten, hatte mein Vater das Badezimmer entfernen lassen und die Trennwand zur Küche herausgebrochen. So kam es, dass für die beiden Familien nur eine Toilette zur Verfügung stand. Eine Badewanne wurde vorübergehend in dem „multifunktional“ genutzten „Backhaus“ aufgestellt, in dem sich auch die Waschküche befand. Ein Badezimmer wurde erst vom Nachfolger Hans Groß Mitte der 70iger Jahre neben der Toilette in der oberen Etage des Hauses errichtet.“

Anfang der siebziger Jahre wird im Rahmen einer Sanierung der Eingangsbereich zum Wölbkeller verändert. Das nördliche Fenster der Küche dient jetzt als Zugang zu einem kleinen Anbau und damit gleichzeitig zum Keller. Auf der Gartenseite sorgen ein Fenster und eine Glas-Außentür für das notwendige Licht.

Jetzt tauscht man die alten Fenster gegen neue Holzfenster mit Doppelverglasung aus. Parkettböden, eine neue Außentreppe, Heizkörper in jeden Raum und eine moderne Öl-Zentralheizung folgen 1974. Die Heizungsrohre müssen über Putz verlegt werden, da die Wände der Landshube folgenden Aufbau haben: Innenputz, dahinter eine Schicht aus Lehm, Torfoleum-Platten und ein Weidengeflecht (später auch dünner Maschendraht), gefolgt von einem Hohlraum und der Bruchstein-Außenwand.

Alle erwähnten Umbauten und Renovierungen erstrecken sich über einen Zeitraum von 20 Jahren, und werden nur schrittweise durchgeführt, ein anhaltender Kampf mit dem Hochbauamt. Kein Vergleich zu der sehr aufwendigen und kostspieligen Komplettsanierung im Jahr 1995. Im Zuge dieser Veränderungen kommen die Fenster auf der West und Ostseite wieder hinzu, in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand, wie auf dem ersten Foto von 1924 dargestellt.

Das obere Stockwerk besteht aus 3 Zimmern, 1 Badezimmer und 1 Gäste-WC. Das Badezimmer wird Anfang der 70ger Jahre von Hans Groß gestaltet. Davor war die Badewanne im jetzigen Gäste-WC. Vom Flur aus führt eine weitere Treppe zu den 3 Mansardenzimmern und einer kleinen Kammer im Dachgeschoss. Die Treppe wird 1970 mit einer Abschlusstür vom Obergeschoss getrennt.