Staatsforst Neuhäusel erhält Wiedische Waldgebiete.

Die sich unmittelbar an die Wiesen- und Ackerflächen der Landshube anschließenden Waldgebiete der Fürstenfamilie zu Wied sorgen über viele Jahrhunderte immer wieder für Konflikte zwischen den Bewohnern der Landshube und der wiedischen Administration (1604 heißt es: „Landshube ist nur einen Büchsenschuß vom Wiedischen entfernt“). Sei es wegen der Weidetrifft oder den Holznutzungsrechten. Irrungen bezüglich des Grenzverlaufs und der Hoheitsrechte verschlimmern die Situation. Zu einer ersten Beruhigung der Streitigkeiten kommt es am 14.12.1787 im Rahmen eines Vergleichs zwischen Kurtrier und Wied. Kurtrier gibt einige Waldflächen an das Fürstentum Wied ab, und im Gegenzug verzichtet Wied auf die Landeshoheit über den Hof und akzeptiert die Grenzen des Hofeigentums. Exakt 232 Jahre später findet am 08.11.2019 ein Verlesungstermin statt. Aus historischer Sicht ein absolut bemerkenswertes Datum! Im Zuge eines Waldflächentauschs gelangen die westlich der Landshube gelegenen Waldgebiete, die über Jahrhunderte im Besitz der Fürstenfamilie zu Wied waren, zum Staatsforst Neuhäusel. Der Nährboden für zukünftige Streitigkeiten ist entzogen. Kurtrier und die früheren Bewohner der Landshube hätten sich gefreut!

Der Staatswald rund um die Landshube mit den 2019 hinzugekommenen, ehemaligen wiedischen Gebiete.